Chile * Puerto Natales * 19.3.2020

Nach zwei Nächten Eingewöhnung haben wir heute bei einem „Quarantäne-Spaziergang“ zum ersten Mal die Stadt begutachtet. Wir sind positiv überrascht, wie diszipliniert die Leute hier zu Hause bleiben, genügend Abstand wahren und vor dem Supermarkt steht Personal, welches dafür sorgt, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Markt sind. Hostels, Bars und Restaurants sind geschlossen. Die frische Luft und Bewegung hat uns sehr gut getan und von weitem haben wir sogar auch die Berge gesehen.

In Chile steigen die Corona-Fall-Zahlen natürlich auch. Insgesamt gibt es hier jetzt 342 Fälle, wobei die meisten in Santiago und Umgebung sind. In unserer Region (Magellan/Antarctica),… wir sind natürlich sehr abgelegen…gibt es insgesamt bis jetzt 2 Fälle… aber in Punta Arenas, die nächste Stadt hier….also 250 Kilometer entfernt von uns.

Die Regierung in Chile hat einen 90 tägigen Notstand ausgerufen und schnürt ein großes Notfallpaket für alle, die Ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können.

Wir sind natürlich schon etwas verunsichert wegen der ganzen Situation. Aber so geht es wohl gerade uns allen – egal, wo in der Welt 😘

Auch hier gibt es sehr viel Streetart 💕
Das ist übrigens unser Häuschen von außen 😊

Chile * Puerto Natales * 17.3.2020

Wir sind inzwischen in unserem neuen Domizil angekommen. Es ist nicht unglaublich hübsch, aber geräumig und wir werden es uns schon gemütlich machen. Wir fühlen uns hier ganz gut aufgehoben und sicher und warten hier jetzt einfach mal ab, wie sich die Situation hier vor Ort, in Chile allgemein und auch in Südamerika weiterentwickelt. Für weitere Planungen und Entscheidungen müssen wir ohnehin erstmal abwarten, bis sich die Grenzen wieder öffnen.

Hier eine kleine Wohnungsführung 🙃 Teil 1: Wohnzimmer, Küche und Essecke
Teil 2: Bad und unsere Schlafzimmer 😅

Chile * Punta Arenas * 16.3.2020

Alles anders.

Kurz nachdem wir gestern Abend unseren Plan fertig hatten, unsere Unterkunft in Ushuaia gebucht hatten und dies alles auf dem Blog kundgetan hatten, erreichte uns die Info, dass ab heute die Argentinische Grenze für Alle Ausländer schließt. Nach Kurzer Überlegung, ob wir es bis Mitternacht noch schaffen können, die 600 Kilometer zu fahren…(es war 21.30 Uhr 🙈) war unser neuer Plan, es heute trotzdem zu versuchen, denn immerhin haben wir ja ein Argentinisches Auto, eine gebuchte Unterkunft und sind insofern keine Gefahr, da wir ja schon so lange im Land sind. Nach einer unruhigen Nacht sind wir als erstes mit unserem Vermieter zu einer Chilenischen Behörde gefahren, um Auskunft zu bekommen. Dort wurde uns klipp und klar mitgeteilt, dass überhaupt kein Ausländer mehr nach Argentinien kommt und wir es gar nicht zu versuchen brauchen.

Also Planänderung: zuerst haben wir organisiert, dass wir das Auto auch in Chile zurückgeben können, dann haben wir uns SIM Karten für Chile besorgt anschließend die Wohnung in Ushuaia gecancelt und dafür ab morgen eine Wohnung bis Anfang April in Puerto Natales gebucht. Dies ist eine Kleinstadt in den Bergen, wo wir uns jetzt erstmal zurückziehen wollen. Den Hamsterkauf haben wir auch gleich getätigt. 🤪

Heute bleiben wir noch eine Nacht in dem Hostel in Punta Arenas und morgen fahren wir die 200 Kilometer nach Puerto Natales. Dort haben wir auch Natur zum Spazierengehen vor der Tür und auch ganz in der Nähe einen Supermarkt, wir haben angeblich gut funktionierendes WLAN und einen Fernseher. Ab Mittwoch schließen auch die Chilenischen Grenzen und dann warten wir mal ab, wie sich die Lage hier weiter entwickelt.

Für alle, die denken, es wäre viel klüger jetzt sofort noch auszureisen: wir haben wirklich lange überlegt. Es spricht einiges dafür und anderes dagegen. Wir schreiben mal, warum wir uns dagegen entschieden haben. Vorneweg – es ist derzeit sowieso nicht mehr so leicht möglich. Wir müssten erst irgendwie nach Santiago de Chile kommen, was schon schwer würde. Dann fliegen von dort keine Flieger mehr nach Europa. Also müssten wir über Mexiko oder Rio fliegen. Und bis wir jeweils dort sind, ist auch die Gefahr, dass Kurzentschlossen alles dicht gemacht wird und dann sitzen wir dort in Quarantäne. Außerdem ist es in Deutschland momentan von der Lage nicht wirklich besser und auch dort wären wir erstmal in Quarantäne….. wahrscheinlich zurecht, weil wir uns inzwischen bestimmt angesteckt hätten.

Bleiben wir hier, sind wir in einem kleinen Ort, in welchem es derzeit noch keinen bestätigen Fall gibt. In einer Wohnung für uns alleine mit wlan und allem was das Herz begehrt. Wir entscheiden, ob wir im Haus bleiben oder in die Natur gehen…. abseits der Menschen. Das ist hier momentan noch möglich. Einzig der Supermarkt birgt Berührungspunkte -wir haben Chlor gekauft zum desinfizieren… alles andere war vergriffen. Wir schauen wie es in zwei Wochen ausschaut und entscheiden gegebenenfalls die Wohnung zu verlängern. Wir haben Zeit und uns ist durchaus bewusst, dass es auch mehrere Monate dauern könnte.

Wir hoffen, dass wir uns richtig entscheiden,… aber keiner weiß, was kommt. Wir wünschen euch allen viel Kraft in dieser Zeit und sind froh über die Möglichkeit über das Internet im Kontakt bleiben zu können ❤️

Chile * Punta Arenas * 14.3.2020

So schnell wie sich momentan die Gegebenheiten verändern, wird es nun Zeit auch von der anderen Seite der Welt zu berichten. Natürlich haben wir seit Beginn im Januar alles über den Coronavirus -Verlauf mitverfolgt. Krass, wie schnell dann doch weltweit so extreme Maßnahmen durchgesetzt werden. Auch wissen wir nicht genau, wie wir jetzt weiter planen sollen, da sich die Lage stündlich ändert.

Momentan schaut es so aus, dass wir uns in Ushuaia (Argentinien) ein Auto für zwei Wochen gemietet haben ,mit welchem wir Südpatagonien bereisen wollen. Das bedeutet ein ständigers Gependele zwischen Chile und Argentinien. Gestern sind wir zum ersten Mal über die Grenze nach Chile gefahren und haben auch zu ersten Mal ganz deutlich gespürt, dass eine große Angst vor Corona bezüglich Europäern vorherrscht.

Aber so richtig ins Grübeln gekommen sind wir erst, als wir gestern Abend gelesen haben , dass alle Europäer, die innerhalb der letzten zwei Wochen in Südamerika eingereist sind, für zwei Wochen in Quarantäne müssen. Außerdem sind seit gestern alle Flüge von und auch NACH Europa aus vielen südamerikanischen Ländern (auch Argentinien) gecancelt bis Mitte April. In südamerikanischen Reise-Gruppen auf Facebook wurde geschrieben, dass manche Hostels keine Europäer mehr aufnehmen.

Wir werden jetzt unsere Rundfahrt wohl erstmal fortsetzen…. mal schauen, wie es sich weiterentwickelt.

Haltet die Ohren steif und versucht, euch nicht anzustecken. Hoffentlich nimmt der Spuk bald ein Ende 💕

Hier nun noch ein bisschen Info zu unserer Reise

Dies ist unser „tolles“ Auto…. ein Flashback in unsere Jugend 🤪 jede Tür per Hand mit Knopfdruck zuzusperren und Kurbel-Fenster…. aber es fährt gut
Endlose Weiten, mit vielen Tieren links und rechts und mitten auf der Fahrbahn. Hunderte von Alpakas, Füchse, Greifvögel, Kühe, Schafe, Vogelstrauße …
Überfahrt über eine Meerenge in Chile
Unser Fiffi an Board 🚢